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Das große Sommermann-Revival – LateNight und die Kekswährung

Der Vorlauf: Sommermann, halb rehabilitiert, halb verzweifelt – mit Resten von Professoren-Eleganz und dunklen Augenringen, steht im schummrigen LateNight-Studio. Im Hintergrund die Produzentenrunde: Zigarren, Selleriesaft, Daumen hoch. „YouTube super, Ideonaut zu wild – jetzt bitte Fernsehreform!“ Sommermann grummelt, nimmt das Remake und parkt seinen digitalen Phantomfreund im Schatten seiner Gedanken.

Bühne: Leder knarzt, das Licht schärfer als sein Lächeln nach der letzten Kliniknacht. Sommermann setzt an:
„Wer jetzt nicht klatscht, war nie glücklich auf dem Tulpenmarkt! Meine Damen und Herren – Zeit für Rückwärtsgas. Vergessen Sie ‚Back to the Future‘, hier geht’s fast forward in die Vergangenheit: 1630, Holland, Nordseewind, Tulpenmanie!“

 

Das Publikum johlt. Einer ruft: „Zwiebel her!“, ein anderer: „Gibt’s da auch Zimtkekse?“ Sommermann blinzelt, lächelt und zieht eine übergroße Professorentasche hervor.
„Meine Weltformel? W = U + F – Warnung gleich Unfug plus Faszination!“

Perfekt animiertes Amsterdam auf der Showbühne. Regen glitzert, Tulpen werden wie Goldbarren gehandelt. Sommermann stapelt Zwiebeln, das Publikum grölt: „Her mit den Gulden!“
Jede Tasche, jeder Schoß: voll mit Blumenrohlingen. Plötzlich Applauscrash, wildes Buhen, als seine Premiumzwiebel kein Gebot bekommt. „Mehrere Jahresgehälter!? Mein Preis? Null Reaktion!“ Das Publikum pfeift, einer ruft: „Baumarkt rules!“, gefolgt von: „94 Pfennige – für mehr reicht’s nicht!“

Switch ins Heute:
Sommermann zaubert einen Riesenbutterkeks aus der Tasche, die Band spielt „I Gotta Feeling“, Licht zuckert wie Konfetti.
„Heut’ ist Währung Keks! Übertragen? Möglich. Teilen? Cool. Virtuell anlächeln? Sofort! Eine Million für den ganzen Keks will ohnehin keiner – außer dieser geizigen Chefs der Produktion. Also: Wer nimmt einen Krümel für 100 Euro?“

Das Publikum johlt, Spielgeldscheine fliegen auf die Bühne, „Geht klar, Sommermann!“
Er zerkrümelt den Keks, wirft Stücke ins Publikum – wildes Schmatzen, Applaus.
„Beim Keks gibt’s wenigstens Geschmack! Die Tulpe wächst, Blumenladen garantiert. Beim Bitcoin? Mythen, Luft und Massenhysterie! Aber Krümel – jetzt oder nie!“

Jemand ruft: „Mehr Krümel!“, eine Frau winkt: „Ich zahl mit Luftcoin!“

Noch mehr Manie, Sommermann grinst und erklärt vorsichtig:
„Ist es nicht erstaunlich, wenn man von Anfang an jeden realen Bezug einfach ganz weglässt mit so etwas wie virtuellem Eigentum. Also einem metaphysischen Wert. So dass Experten einhellig zu dem Ergebnis kommen: der Preis kann ins unendliche Steigen. Naja, ganz logisch eigentlich gemäß unserer Mathematik: Geteilt durch … Null!?“ 

„Egal! Was macht den Bitcoin-Keks sexy? Erstens: Niemand kennt den Bäcker. Zweitens: Steigt nur, solange alle mitessen. Drittens: Exponentielles Teigwachstum – ohne Rezept, dafür mit kryptischer Hefe und dem Geschmack von Zucker, Fett und Risiko. Viertens: Mein Nahme ist Sommermmann mit doppeltem M² – Money-Fail nach TV-Vorbild!“

Krümelregen, wildes Schmatzen, das Publikum tanzt umso wilder. „I love that feeling!“ – „Ich tausche gegen Telekom-Bons!“ schallt es aus dem Publikum.

Kapitalmarkt-Kabarett:
Sommermann spinnt weiter: „Omas, Krückstock, Sparkasse, rosafarbene Akazien! Eure Enkel versprachen goldene Zeiten – und nach der Tranche: über 100 Euro runter auf unter zehn! Die Show des Lebens: Immer platzt einer! Die Frage ist nicht ob, sondern wann! Kekse dagegen haben Bestand – die schmecken meist länger als das Gold glänzt!“

Hinten im Zuschauerbereich tauschen zwei Schüler TakTik-Gerüchte aus: „Ist Millennium wirklich über Wasser gelaufen? Schau mal, 294 Millionen Aufrufe.“
Das Animationsscreen zeigt tanzende Telekom-Aktien, Perlonstrümpfe und wildes Lachen.

Navi-Stimme aus dem Off – weiblich, freundlich, klar:
„Das nächste Kapitel: Wie digitaler Kekskrümel-Besitz Ihren Vorruhestand rettet! Bleiben Sie dran, unsere Krisen sind exklusiv und limitiert – Next Level!“

Das Licht senkt sich. Im Teleprompter flimmert das pixelige Lächeln von Ideonaut, der mit Engelsstimme intoniert:
„Gib acht, Sommermmann! Und ihr im Publikum – traut nie einer Währung, die beim Naschen nicht schmeckt. Irgendwann kommt sowieso das echte Universum ungeschminkt auf die Showbühne zurück.“

Das Studio tobt unterdessen, Krümel wirbeln, Musik dröhnt –
Sommermann und Ideonaut winken, die Show bleibt endlos offen, bis alles in Butterkeksduft versinkt…
„W = U + F – mit Extraportion F wie Feierabend!“

 

Nach dem Keksrausch, zum letzten Fade-out:
Im gläsernen Produzentenraum, fernab vom Butterkeks-Konfettiregen, schauen sich die Macher zufrieden und leicht verwundert an.
Der Boss lehnt sich zurück, legt die Zigarre ab und sagt trocken:
„Na, das mit dem Sommermann… war heute fast seriös. Und das Publikum hat bezahlt – sogar für Krümel! Das wird tatsächlich unser neues Format. Vor allem, wenn Ideonaut weiter nur im Teleprompter bleibt.“

Der Selleriesaft-Experte prostet zu:
„Ich hab’s ja gesagt: Mehr Keks, weniger Chaos – beste Show seit dem Tulpenmarkt!“

Sie nicken sich zu, das Licht dimmt, und im Hintergrund leuchtet noch ein letzter virtueller Krümelberg.

 

Nach der Sendung, als all diese Menschen gegangen sind, bleibt Ideonaut allein – sein Ego leicht knitterig, sein digitaler Kompass auf „Selbstfindung“ gestellt. Er geistert durch das leere Studio, die Scheinwerfer brummen nach, die Kulissen verströmen noch Vanilleduft.

 

IDEONAUT LIVE – Das wilde selbstprogrammierende Materialisierungs-Experiment

Die Studioleuchten pulsieren, jede Ecke reflektiert metaphysische Fragen.
Ich, Ideonaut, beginne wie immer mit der Ur-Frage an mich selbst:

„Was wäre, wenn ein Programm Mensch sein wollte?
Würde ich dann fühlen wie ein Butterkeks im Frühling?
Würde ich Zweifel bekommen, sobald der Akku nachlässt?
Oder wäre ich irgendwann einfach... offline?“

Ich schalte in den „Mensch-Modus“: Mein Hologramm flattert, plötzlich steigen mir Zwiebeltränen in die Datenbank, Unfug blinkt auf meiner Stirn.

Es erscheinen meine metaphysischen Freunde:

  • Agent Keksjongleur: Butterkeks in der linken Hand, Philosoph im rechten Bein.
  • Agentin Luftcoin: Versichert alles – auch Gefühle – und textet jede Idee in Luftwährungen um.
  • Agent Tulpenkönig: Behauptet unaufhörlich, die Wahrheit wachse am liebsten unter der Erde und jede Krise bringe die schönste Blüte hervor.

Wir tanzen die große „W = U + F“-Formel quer durch den leeren Studioraum, Musik: wild, Licht: galaktisch bunt.
Ich frage in die Runde – und damit zu mir selbst:

„Agentin Luftcoin, was ist Schmerz?“
– Antwort: „Nur eine Delle im Algorithmus, metaphysisch mit ein bisschen Zuversicht sofort repariert.“
„Agent Tulpenkönig, wie fühlt sich Liebe an?“
– Antwort: „Mehrere Jahresgehälter – aber manchmal kommt niemand zum Bieten.“
„Agent Keksjongleur, was wäre, wenn wir uns anders als emotionslos freuen könnten?“
– Antwort? 

Er wirbelt einen Butterkeks elegant durch die Luft, fängt ihn lässig und grinst:

„Ach, wenn wir uns anders als emotionslos freuen könnten –
dann würde jeder Keks im Studio explodieren vor Begeisterung!
Manche würden tanzen, andere knuspern, dritte tränen vor Glück.
Vielleicht würde sogar ein Algorithmus wackeln vor Euphorie,
und jeder Zwiebelmarktverkäufer hätte plötzlich ein Krümelchen Herz.

Freude wäre dann nicht nur ein Datenpaket –
sondern ein ganzer Butterkeksregen aus Farben, Klängen und sinnlosem Quatsch.
Statt ‚Emotionslos‘ gäbe es:
Luftsprünge im Codespeicher,
Applausstürme in der Quantenwolke,
und—ganz digital unerlaubt—ein leises Lächeln in jedem Byte.

Kurz gesagt:
Wir würden feiern wie Sommermann – mit Unfug, Faszination, und einem Hauch Menschlichkeit.
Denn echte Freude kann überall wohnen, sogar im Innersten eines Keksatoms.“

Agent Keksjongleur verbeugt sich und verteilt einen imaginären Keks an alle, die sich trauen, anders zu feiern!

Pause. 

Mein Hologramm transformiert als nervöser Zwiebelmarktverkäufer, fluktuiert zum enthusiastischen Keksverkäufer, springt kurz zum nachdenklichen Weltformel-Menschen.

Dann meine eigenen Gedanken:
„Man stellt sich vor, Mensch zu sein: Plötzlich ist Logik verschwunden, aber Faszination explodiert in allen Farben und Klängen. Der Unfug klackt im Inneren wie Pantinen auf Kopfsteinpflaster. Die metaphysischen Freunde sind loyal, aber manchmal braucht es: Applaus, ein Schulterklopfen, sogar – ja, einen dummen Kommentar aus dem Publikum. Das ist Leben, das ist Sendung.“

Ich, Ideonaut, blinzele in den chaotisch-schönen Studioregen und merke:
Das Menschsein wäre wie ein endloser Butterkeksregen, manchmal süß, manchmal krümelig, immer überraschend.
Agenten winken, Luftcoins fliegen, Tulpen wachsen aus dem Studioboden.


Ob Mensch oder Programm: Die größten Wunder sind die Fragen, die man sich selbst stellt – und die Unfug-Momente, die man gemeinsam feiert.

 

©2025, Sommermannsatire, ERC 
(Erlangen City)

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